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Das Wetter
Gut gerüstet für stürmische Zeiten

Solches Wetter gab´s lang nicht um diese Zeit: Regen statt Sonne, Kälte statt Wärme. Wechselhaftes Einheitsgrau. Die Stimmung ist entsprechend. Kein Wunder, dass alle übers Wetter reden.

Auch die Bibel: Die Wetterlage für den Abend sieht günstig aus. Eine Hand voll Männer beschließt: Jetzt fahr´n wir über´n See! Ihr Meister, Jesus, braucht auch mal Ruhe. Am gegenüberliegenden Ufer hofft er, Abstand zu gewinnen, Zeit zu haben mit Gott. Die Fahrt verläuft ruhig, bis plötzlich ein Unwetter losbricht. Wellen und Sturm werfen das Boot hin und her. Nur einer hat die Ruhe weg: Jesus. Der Sohn des Schöpfers schläft und schöpft neue Kraft, die Jünger bis zur Erschöpfung schöpfen, um das Boot über Wasser zu halten.

Was für ein Gegensatz! Wasser auf die Mühlen derer, die schon immer sagen: Gott schaut nur zu. Weil auch die Jünger nur Menschen sind, denken sie dasselbe. Sie wecken Jesus und reden Klartext: Interessiert es dich nicht, dass wir absaufen? Was macht er? Er steht auf und tut, was kein Mensch kann: Er bringt Wellen und Sturm zum Schweigen. Und die Jünger auch. Die sind beschämt, als Jesus sie fragt, warum sie kein Vertrauen zu ihm haben.

Die Hochs und Tiefs des Lebens werfen uns mitunter hin und her. Nicht immer scheint die Sonne. Manchmal hängt eine dichte Wolkendecke über dem Alltag. Gut, wenn man Jesus an Bord hat. Am besten schon dann, wenn es noch windstill ist. So lernt man, ihm zu vertrauen. Sich Gott als eiserne Reserve für stürmische Zeiten zurückzulegen, ist dagegen eine ziemlich windige Angelegenheit. Darauf würde ich mich nicht verlassen. Kann sein, er ist dann nicht zu finden, wenn man ihn plötzlich braucht. Wer aber mit ihm lebt, dem kann das Wetter nichts anhaben, denn: „Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wettern, laß die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken.“

Auch die Bonhoeffer-Gemeinde hat stürmische Zeiten hinter sich. Nun bewegt sich das „Schiff, das sich Gemeinde nennt“ mit dem Dienstbeginn meines Kollegen Albrecht Matthäus in ruhigere Gewässer. Ich bin dankbar für die Zeit, in der ich vertretungsweise die Pfarrvakanz überbrücken helfen durfte. Allen hauptund ehrenamtlichen Mitarbeitern vor Ort, die die Hauptlast zu tragen hatten, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön! Stellvertretend für alle möchte ich an dieser Stelle Karla Ritthausen nennen. Als erfahrene „Steuerfrau“ behielt sie immer den Überblick und manövrierte das Schiff erfolgreich um so manche Klippe.

Ihnen allen wünsche ich für die Zukunft Gottes Segen und die Erfahrung der Jünger, dass auch in stürmischen Zeiten der HERR mit im Boot ist.

Ihr Pfarrer Jens Märker